Freitag, 10. Juli 2015

Abschied


Abschied nehmen ist mir nie leicht gefallen. Ich mag es nicht, wenn Dinge zu Ende gehen, weiß nicht, wie ich damit umgehen soll. Schulzeit. Freundschaften. Leben.
Ich habe Angst vor Neuem. Ich bin ein Gewohnheitsmensch. Wenn es nach mir ginge, würde alles immer so bleiben wie es war.  Das ist nicht unbedingt meine beste Eigenschaft. Aber sie ist nun mal ein Teil von mir, wird es wohl auch immer bleiben.
Die letzten Monate vor dem Abi habe ich mir nur gewünscht, dass die Lernerei, der ganze Stress endlich ein Ende haben. Jetzt, wo alles vorbei ist, bin ich auf einmal traurig, perfektioniere meine Erinnerungen. Auf einmal gibt es keine Wochen voller Lernen am Schreibtisch mehr. Nur noch witzige Momente im Unterricht, nette Leute und - Sicherheit. Schule. Das war etwas, das ich konnte. Das ich kannte. Erinnerungen.
13 Jahre sind eine lange Zeit. Ein Großteil meines Lebens.
80 Jahre. Ein ganzes Leben.
Wie verabschiedet man sich von so einer langen Zeit? Von so vielen Erinnerungen, Meinungen, Ideen? Von so vielen Gefühlen, Tränen, Lachen?
Ich mochte Abschiede noch nie. War selbst vor Klassenfahrten traurig, wenn ich Mama verabschiedet habe. Und dann auf dem Heimweg, wenn ich die tollen Orte, das >ohne Mama sein< verabschiedet habe.
Abschiede. Manche sind für immer.
Die Ewigkeit ist eine ziemlich lange Zeit. Ich fühle mich noch viel zu klein, um das zu verstehen. Wie das kleine Mädchen, das groß sein, aber die Hand vom Mama eigentlich doch nicht loslassen wollte. Doch letztlich hat es die Hand losgelassen. Jedes Mal ein bisschen länger. Und hat tolle Dinge erlebt. Großartige Dinge.


Nicht auf jedes Ende folgt ein neuer Anfang, das wird mir schmerzlich bewusst.
Aber auf manche eben schon. Hoffnung.

Sarah

Rest in Peace, Grandma.

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